Kaderseminare®     

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Skript des Vortrages vom 28. April 2004 Inner Wheel Werdenberg

Begrüssung

Ich werde Ihnen am Schluss meiner kurzen Ausführungen ¨über Sprache, Kommunikation und Verhalten, deren Prägungen und Veränderungspotentiale eine Frage stellen und ich bitte Sie jetzt schon, um ihre kreative Kooperation, und so über gemeinsame Reflexion zu weiteren Erkenntnissen zu gelangen, welche für eine gemeinschaftliche, nicht genderspezifische Kommunikation, Zusammenarbeit und Zusammenleben förderlich sind.

Die Frage wird in etwa lauten:

Was würden Sie vom NLP, einem umfassenden Modell geglückter Kommunikation fordern, und was müsset Ihrer Ansicht nach ein solches Modell auch noch beinhalten. Wir können dann bereits schon heute – wenigstens in grossen Zügen – herausfinden, welche Ihrer Erwartungen NLP bereits erfüllt und woran noch weiter gearbeitet werden muss.

Doch bevor ich diese Frage wirklich stelle, lassen Sie mich Ihnen ein paar Überlegungen anbieten, die Hinweise sein sollten, wie unser Verhalten, Wahrnehmung und Handlungen mit Sprache verknüpft sind und welche Wechselwirkungen sich NLP zu nutze macht.

NLP heisst Neuro Linguistisches Programmieren, was soviel bedeutet wie: Durch Sprache (Linguistik) finden Musterbildungen (Programmieren) im Gehirn (Neuro) statt.

NLP ist also ein Modell wie Sprache wirkt, wie Lernprozesse im allgemeinen wirken, wann sie beginnen, wann sie aufhören und ob ein Leben ausserhalb unserer Sprachlichkeit überhaupt wahrnehmbar wäre.

Beginnen wir also mit der Grundlage unserer Realitätskonstruktionen und Bedeutungsmaschine, der Sprache. Es ist eine Entdeckung nicht erst des Konstruktivismus, das wir den Dingen und Worten erst Bedeutung verleihen. Worte, Dinge, Situationen haben an sich keine Bedeutung, erst durch unsere Zuschreibung und Benennung entsteht Be-deutung. Ebenfalls haben Experimente gezeigt, dass auch unsere Wahrnehmung vorwiegend ein Konstrukt unseres Gehirns und seinem Instrument der Sprache ist. (Vergl. Versuch Libet)

Eine weitere gute Nachricht kommt uns heute auch von den Neurobiologen, die beobachtet haben, dass wohl ein noch kleiner Teil als bisher angenommen genetische Muster sind, sondern dass unser Verhalten, Gefühle, Bedeutungszuschreibungen erlernte Muster sind, sogenannte Innere Bilder. Es sind die Verknüpfungen unsere Synapsen im Gehirn, welche darüber entscheiden, welche Art von Wahrnehmung oder Gefühle wir haben. Der Lernprozess beginnt allerdings schon im Mutterleib, als erste Kommunikation mit der Umwelt. Diese Wechselwirkung zwischen Innen und Aussen, ein Problem, welches besonders die moderne Philosophie beschäftigt, ist das, was wir als Lernprozess bezeichnen können. Nun ist aber die Art und Weise wie uns etwas nahe gebracht wird, welche Vorannahmen, Ideen und Wertvorstellungen unsere „Lehrmeister" haben entscheidend für unsere eigenen Vorstellungen und Erfahrungen. So ist zum Beispiel unser geschlechtsspezifisches Rollenverhalten lediglich das Ergebnis solcher Lernprozesse.

Ich erde später vielleicht nochmals darauf eingehen.

Auch unsere Sprache ist durch solche Prozesse geprägt, sodass wir sagen könnten:

Unsere Muttersprache ist eine Vatersprache.

Nicht nur die feministische Linguistik einer Pusch oder Linke ( um nur willkürlich zwei Namen zu nennen) haben festegestellt, dass unsere Sprache – und im übrigen nicht nur das Deutsche – stark von männlichen Vorstellungen geprägt ist. Das hat ja auch dazu geführt, dass wir heute diese etwas komplizierten Schreibweisen mit dem grossen Innen antreffen.

Einer der führenden Vertreter des Esperanto, Matthias Behlert, hat eine ganz eigene Art von „Entpatrifizierung" unserer Sprache erarbeitet. Mit seiner neuen Grammatik und Sprachführung hat er z.B. sich den Grimmschen Märchen angenommen und einige in diesem Sinne in entpatrifizierets (gerechtes) Deutsch übertragen.

Lassen Sie mich einen kurzen Absatz aus „Die Häsis und die Igelin"

Seine Arbeit möchte die Benachteiligung weiblicher Zuschreibung durch lediglich eine Nachsilbe zur Bezeichnung der Art und männlichen Form als solches (Der Bauer, die Bäuerin, Der Arbeiter, die Arbeiter-in) auflösen und schafft.

Lesen

Wer sich für die Details dieser Sprachmöglichkeit interessiert, dem kann ich gerne Kopie des Originalskriptes. Welches mir Mann Matthias Behlert zukommen liess zusenden. Er erläutert darin natürlich auch die erforderlichen Veränderungen der Grammatik und die neuen Wortschöpfungen im Rahmen solch einer Entpatrifizierung:

Sie haben sicherlich bemerkt, dass die männlich Form neu durch die Endsilbe -is gebildet wird, die weibliche Form wie bis heute besteht bleibt und die Art mehrheitlich der (heutigen) männlichen Form entspricht. Also Häsis für den männlichen Hasen, Häsin den weiblichen und Hase die Summe aller Häsis und Häsin.

Wenn wir uns die Folgen heutiger noch immer üblichen Kommunikationsstile vergegenwärtigen wird uns vielleicht erst bewusst, welcher Mechanismus von Benachteiligzungen und Rollenzuweisungen durch die Sprache ununterbrochen erfolgt und wir vermögen danach sicherlich die Bemühungen von Matthias Behlert ganz anders würdigen,

Kommunikations-Stile

Im Studienbuch für Linguistik kommt Angelika Linke zu folgenden Ergebnissen Ihrer linguistischen Untersuchung bezüglich männlicher und weiblicher Kommunikationsformen:

MANN

FRAU

Verhalten in Kommunikation

Generalisierungen

Nominalisierungen

Ich Botschaften

Tag-Fragen (nicht wahr?, oder?, was meinst Du?) Diese fördern die Intensivierung des Gesprächskontaktes, haben geradezu hypnotisch zwingende Wirkung und lösen teilweise eine sogenannte transderivationale Suche aus:

Dieses Phänomen nutzen wir im NLP nicht nur in der Trance-Arbeit, sondern auch in der Kreativtechnik neue Möglichkeiten in ausweglos scheinenden Situation zu erschaffen

Ich orientiert, Selbstdarstellung

Partnerorientiert

Konsens und Lösungen

Wertschätzung

Hierarchisch, abgrenzend, Machtpositionen und Eigendarstellung aus der ursprünglichen „Negativ-Definition" (Exkurs: MAFRA.doc: Yin und Yang Synergien )

Kooperation und sachbezogen. (Vergl. „unlösbare" Aufgaben als Gag bei Seminareröffnung)

Sprechen länger

Sprechen kürzer und werden häufiger (von Männern) unterbrochen und können so ihre Interessen weniger gut darlegen.

Nutzen Fragen zur Selbstdarstellung

Stellen Fragen

(Dieses Vorgehen wurde von der Systemischen Therapie und dem NLP als besonders nützlich „entdeckt". Das grundlegende Utilisationsprinzip – erklären -nutzt ebenfalls das Stelen von Fragen um Prozesse einzuleiten)

Hofstede Kategorien

Männliche Strukturen: Südamerika

Weibliche Strukturen: Arabien (Vergl. „blumige" Sprache

   
   

Lachen

Kompetitiv, soziale Kontrolle, abwertend

Integrativ, einladend

Konfliktorientiert, „Wahr-haben"

(Diese grundlegende Konfliktorientierung männlichen Verhaltens zeigt sich dann in etwelchen Auswüchsen: So war am 20.4.2004 (ein interessantes Datum, wie einige vielleicht wissen) im Vaterland eine Ankümndigung zu einem Seminar mit dem Titel „Mit Konflikten konstruktiv umgehen" zu lesen. Der Referent, also ein Mann stellt darin typischerweise die Behauptung auf: Konflikte lassen sich nicht vermeiden, die gehören zum beruflichen Alltag. Ein NLP geschulter Mensch kann nicht mehr leicht über so eine unsinnige Bemerkung hinweglesen, ohne die darunterliegenden Vorurteile als solche zu entlarven.

Konsensorientiert, Vernetzung

Signale, Hilfe suchen und geben, Interesse

Vertikal ordnend, Wettbewerb

Horizontal, systemisch

„Herablassung": Beleidigend

Anteilnahme

Dissertation Angelika Blum zum Leseverhalten der Schülerinnen und Schüler

Lesen um „Info2" zu bekommen

An emotionalen, sozialen Aspekten des Lesens und Lernens interessiert

Schüler finden leicht Informationen und entschlüsseln Dokumente

Schülerinnen haben tieferes Verständnis für zusammenhängende Texte, Erzählungen

Rollengemässes Verhalten

Rollengemässes Verhalten

 

 

Prägungen

Diese Rollenbilder prägen quer durch alle Gesellschaftskreise unser Verhalten in grundlegender Art und Weise. Nun könnte man meinen, dass solche Muster angeboren sind und wir uns ihnen deshalb nicht entziehen können. Nur weil diese Muster uns mächtig erscheinen und bei allen Bemühungen der Genderstudien und emanzipatorischen Bemühungen unauflöslich erscheinen, sollten wir – auch das lernt man im NLP – uns damit gründlicher befassen.

Erfreulicherweise helfen uns hierbei die Erkenntnisse der heutigen Neurobiologie, die eindeutig festgestellt hat, dass noch weniger als bisher angenommen wirkliche genetische Prägungen sind, sondern dass unsere Hirnstrukturen und synaptischen Verknüpfungen, welche letztlich für unser Verhalten, unsere Gefühle, unsere Wahrnehmung verantwortlich sind, Resultate eines Lernprozesse sind, welche bereits intrauterinär, also bereits im Mutterleib, begonnen hat. So wie ein Nachtigallen Männchen schon bevor das Küken schlüpft lauthals seine spezifischen Lieder, seine Erkennungslieder singt, um im wachsenden kleinen Gehirn des Vögelchens jene Muster, oder inneren Bilder zu erzeugen, die für sein ÜBVERLEBEN IN DER Nachtigallengesellschaft und in seiner spezifischen Familie wichtig sein, genauso werden wir schon im embryonalen Stadium mit ersten Prägungen versorgt. (Natur Kosmos vom 22.4.2004: wegen Umweltlärm singen sie lauter Werktags!) Wir wachsen mit Realitätsvorstellungen, Werten, Glaubenssätzen und Rollenmuster auf, welche Lernprozesse uns weder sichtbar noch spürbar sind. Es geht uns so, wie wenn man einen Frosch kochen möchte. (Exkurs) So haben wir dann endlich die Überzeugung wie die Welt wirklich sei und was die unveränderlichen Gesetze eine geheimnisvollen Natur wären und wir uns am besten in unser Schicksal fügen und vielleicht versuchen können allenfalls ein paar Auswüchse zu meistern.

Es ist nun ein zentraler Punkt des Kommunikationsmodells NLP, dass was wir erlernt genauso gut auch entlernen können, dass wir jederzeit in der Lage sind neues Verhalten, neue Muster, neue Rollenbilder zu erlernen und dass wir auch in der Lage sind Mitmenschen dazu einzuladen zu begleiten.

(Entstehung NLP als Modell einiger herausragenden Persönlichkeiten, die als Therapeuten neue Wege der Gesprächsführung gegangen sind, welche zu erstaunlichen Erfolgen führten; so allen voran Virginia Satir, deren geistiges Erbe heute von einem gewissen Hellinger mit seinen hierarchischen sogenannten Familienaufstellungen missbraucht wir. Dann natürlich auch das Phänomen Milton Erickson, welcher nicht nur die Idee, Methode und Wirkung von Hypnose neu definiert und zugänglich gemacht hat, sondern systematisch die Wirkung von Geschichten und Sprache auf innerpsychische Zustände und externer Wirkung erprobt hat.

Insbesonders die Aufstellungen Virginia Satir zeigen, dass heterarchische Abbildungen von Zuständen einen einfachren Lösungsweg eröffnen, als die Frage nach angeblicher Ursachen und deren mutmasslicher Wirkungen. In der Folge hat sich daraus zusammen mit NLP und der modernen Hypnosetherapie eine Kürzest-Zeit-Therapie entwickelt, die mit durchschnittlich 4 bis 5 Sitzungen auskommt.

NLP ist also ein umfassendes Modell alle die vorhergenannten Strukturen der Kommunikation wahrzunehmen, zu verfolgen, zu nutzen und einem sinnvollen Ziel zuzuführen.

NLP bewirkt eine umfassende Sprachsensibilisierung und hat massgeblich dazu beigetragen, dass selbst Diskurse unter – entsprechend geschulten – Männer sozusagen weiblicher geworden sind und die Frauen ihrerseits neue Wege haben Männer aus dem Gefängnis ihres Dominanzgehabes zu befreien.

Mit dem sogenannten Metamodell haben wir eine Fragetechnik entwickelt, die eigentlich das den Frauen zugeschrieben Kommunikationsverhalten nutzt um Verluste der Transformation von der Tiefenstruktur zur Oberflächenstruktur sichtbar zu machen und Ersetzungen zu ermöglichen. Diese Fragetechnik ist bereits eine wichtige Hilfe, um zum Beispiel bei Mobbing deeskalierend zu wirken und aus der belastenden Situation auszusteigen. Ich darf zu diesem Thema auf meinen Vortrag, hier in diesem Gebäude am ……. Verweisen.

(Exkurs Transformationsgrammatik Chomsky et alt.)

Weitere Modelle innerhalb des NLP Modells sind die sogenannten Metaprogramme, die es uns im alltäglichen Gespräch erlauben grundlegende Strategien unserer Gesprächspartner zu erkennen und wertschätzend nutzend für das gemeinsame Ziel zu nutzen.

(Beispiele..)

Weitere NLP-Anwendungen

(Mind Map abgeben)

Eine grundlegende Haltung von NLP’lern ist auch durch das sogenannte Miller’sche Gesetz geformt:

Dies ermöglich uns die jeweiligen Funktionen einer Kommunikation zu beobachten und zu hinterfragen und entbindet uns von psychologisierenden Mutmassungen oder anderen eher Konflikt fördernde Techniken. Diese grundlegende Sprachsensibilisierung ist wohl das grösste Verdienst der Gründerväter des NLP.

Eine Weiterentwicklung des NLP entsteht zur Zeit aus dem Zusammenschluss von Linguistik, Mathematik und Kybernetik und hat uns das Modell der Polykontexturale Logik beschert, welches uns unter anderem ermöglich auch das NLP selbst kritisch zu hinterfragen und auf sich selbst zu prüfen. Eine daraus abgeleitete Technik, das sogenannte Diamant-Format macht nun genau das möglich, was hierarchisches denken des ENTWEDER-ODER mit dem Gesetzt des tertium non datur erfolgreich über Jahrhunderte ausgeschlossen hat: Der natürlich Zustand, dass Widersprüchliches sehr wohl gleichzeitig wirken kann. Zum Beispiel erfahre ich mich selbst als NLP-Trainer gleichzeitig als Lehrer und als Schüler; der Leiter einer Psychiatrischen Klinik z.B. sollte Einhaltung gewisse notwendiger Regeln gewährleisten und die Patienten gleichzeitig aus dem Zwang der selbstauferlegten Regeln befreien; Während ich mich entschliesse etwas zu tune, unterlasse ich gleichzeitig etwas anderes etc. etc.

Allein mit diesen beiden Modellen NLP und PKL haben wir verstockte Strukturen z.B. in Betrieben, oder in Köpfen von Menschen auflösen können.

Weitere Mitte zu solchen Prozessen stellt uns die Kunst der Hypnose zur Verfügung, wie sie auf entmystifizierte Art und Weise im Modell des NLP nutzbar gemacht wurde. Auch dies ist nicht eine eigentliche Erfindung, aber eine genaue Beobachtung; die grudnlegendeKunst, die wir im NLP erlkernen, ist Beobachten statt vermnuten oder Interpretieren. Wenn wir die Sprachmuster erfolgreicher Hypnosetherapeuten wie Milton Erickson untersuchen, stellen wir fest, dass seien Art mit Sprache umzugehen sehr ähnlich einem Poeten und seiner Lyrik ist.

(Exkurs: Lyrik, Wortverknüpfungen)

Die Art und Weise des Satzbaus kommt uns auch als zwingendes Sprachmuster in der Werbung entgegen. Was also geschieht, oder soll in beiden Fällen geschehen:

transderivationale Suche

Aktivierung des Kreativitätspotential (Exkurs Guttmann an der UNI in FL: EEC-Messungen des Gehirns)

Um aus so schwierigen Situationen wie Double-Bind, zu deutsch Zwickmühlen, herauszukommen, brauchen wir eine gute Portion Kreativität und Intuition: Diese Kraft steht uns in trancartigen, also nach innen fokussireten Zuständen besonders gut zur Verfügung.

Also haben wir im NLP, sozusagen den weiblichen Kommunikationsstil als Lernformat umgesetzt, auf dass wir kreativ, oder besser noch ko-kreativ gemeinsam auf Ziele zugehen können und uns freuen, dass auch solches freundschaftlich wertschätzend ohne unnötigen Wettbewerbseifer und Konflikt geschehen kann.

Man könnte also sagen das NLP ist nicht für Frauen, sondern kommt von den Frauen.

NLP macht aus der Vatersprache eine Mutter-Vater-Sprache.

 

Und nun lassen Sie mich die angekündigte Frage wirklich stellen: