Begrüssung
Ich werde Ihnen am Schluss meiner kurzen Ausführungen ¨über Sprache,
Kommunikation und Verhalten, deren Prägungen und Veränderungspotentiale eine
Frage stellen und ich bitte Sie jetzt schon, um ihre kreative Kooperation, und
so über gemeinsame Reflexion zu weiteren Erkenntnissen zu gelangen, welche für
eine gemeinschaftliche, nicht genderspezifische Kommunikation, Zusammenarbeit
und Zusammenleben förderlich sind.
Die Frage wird in etwa lauten:
Was würden Sie vom NLP, einem umfassenden Modell geglückter Kommunikation
fordern, und was müsset Ihrer Ansicht nach ein solches Modell auch noch
beinhalten. Wir können dann bereits schon heute – wenigstens in grossen
Zügen – herausfinden, welche Ihrer Erwartungen NLP bereits erfüllt und woran
noch weiter gearbeitet werden muss.
Doch bevor ich diese Frage wirklich stelle, lassen Sie mich Ihnen ein paar
Überlegungen anbieten, die Hinweise sein sollten, wie unser Verhalten,
Wahrnehmung und Handlungen mit Sprache verknüpft sind und welche
Wechselwirkungen sich NLP zu nutze macht.
NLP heisst Neuro Linguistisches Programmieren, was soviel bedeutet wie: Durch
Sprache (Linguistik) finden Musterbildungen (Programmieren) im Gehirn (Neuro)
statt.
NLP ist also ein Modell wie Sprache wirkt, wie Lernprozesse im allgemeinen
wirken, wann sie beginnen, wann sie aufhören und ob ein Leben ausserhalb
unserer Sprachlichkeit überhaupt wahrnehmbar wäre.
Beginnen wir also mit der Grundlage unserer Realitätskonstruktionen und
Bedeutungsmaschine, der Sprache. Es ist eine Entdeckung nicht erst des
Konstruktivismus, das wir den Dingen und Worten erst Bedeutung verleihen. Worte,
Dinge, Situationen haben an sich keine Bedeutung, erst durch unsere Zuschreibung
und Benennung entsteht Be-deutung. Ebenfalls haben Experimente gezeigt, dass
auch unsere Wahrnehmung vorwiegend ein Konstrukt unseres Gehirns und seinem
Instrument der Sprache ist. (Vergl. Versuch Libet)
Eine weitere gute Nachricht kommt uns heute auch von den Neurobiologen, die
beobachtet haben, dass wohl ein noch kleiner Teil als bisher angenommen
genetische Muster sind, sondern dass unser Verhalten, Gefühle,
Bedeutungszuschreibungen erlernte Muster sind, sogenannte Innere Bilder. Es sind
die Verknüpfungen unsere Synapsen im Gehirn, welche darüber entscheiden,
welche Art von Wahrnehmung oder Gefühle wir haben. Der Lernprozess beginnt
allerdings schon im Mutterleib, als erste Kommunikation mit der Umwelt. Diese
Wechselwirkung zwischen Innen und Aussen, ein Problem, welches besonders die
moderne Philosophie beschäftigt, ist das, was wir als Lernprozess bezeichnen
können. Nun ist aber die Art und Weise wie uns etwas nahe gebracht wird, welche
Vorannahmen, Ideen und Wertvorstellungen unsere „Lehrmeister" haben
entscheidend für unsere eigenen Vorstellungen und Erfahrungen. So ist zum
Beispiel unser geschlechtsspezifisches Rollenverhalten lediglich das Ergebnis
solcher Lernprozesse.
Ich erde später vielleicht nochmals darauf eingehen.
Auch unsere Sprache ist durch solche Prozesse geprägt, sodass wir sagen
könnten:
Unsere Muttersprache ist eine Vatersprache.
Nicht nur die feministische Linguistik einer Pusch oder Linke ( um nur
willkürlich zwei Namen zu nennen) haben festegestellt, dass unsere Sprache –
und im übrigen nicht nur das Deutsche – stark von männlichen Vorstellungen
geprägt ist. Das hat ja auch dazu geführt, dass wir heute diese etwas
komplizierten Schreibweisen mit dem grossen Innen antreffen.
Einer der führenden Vertreter des Esperanto, Matthias Behlert, hat eine ganz
eigene Art von „Entpatrifizierung" unserer Sprache erarbeitet. Mit seiner
neuen Grammatik und Sprachführung hat er z.B. sich den Grimmschen Märchen
angenommen und einige in diesem Sinne in entpatrifizierets (gerechtes) Deutsch
übertragen.
Lassen Sie mich einen kurzen Absatz aus „Die Häsis und die Igelin"
Seine Arbeit möchte die Benachteiligung weiblicher Zuschreibung durch
lediglich eine Nachsilbe zur Bezeichnung der Art und männlichen Form als
solches (Der Bauer, die Bäuerin, Der Arbeiter, die Arbeiter-in) auflösen und
schafft.
Lesen
Wer sich für die Details dieser Sprachmöglichkeit interessiert, dem kann
ich gerne Kopie des Originalskriptes. Welches mir Mann Matthias Behlert zukommen
liess zusenden. Er erläutert darin natürlich auch die erforderlichen
Veränderungen der Grammatik und die neuen Wortschöpfungen im Rahmen solch
einer Entpatrifizierung:
Sie haben sicherlich bemerkt, dass die männlich Form neu durch die Endsilbe
-is gebildet wird, die weibliche Form wie bis heute besteht bleibt und die Art
mehrheitlich der (heutigen) männlichen Form entspricht. Also Häsis für den
männlichen Hasen, Häsin den weiblichen und Hase die Summe aller Häsis und
Häsin.
Wenn wir uns die Folgen heutiger noch immer üblichen Kommunikationsstile
vergegenwärtigen wird uns vielleicht erst bewusst, welcher Mechanismus von
Benachteiligzungen und Rollenzuweisungen durch die Sprache ununterbrochen
erfolgt und wir vermögen danach sicherlich die Bemühungen von Matthias Behlert
ganz anders würdigen,
Kommunikations-Stile
Im Studienbuch für Linguistik kommt Angelika Linke zu folgenden Ergebnissen
Ihrer linguistischen Untersuchung bezüglich männlicher und weiblicher
Kommunikationsformen:
Prägungen
Diese Rollenbilder prägen quer durch alle Gesellschaftskreise unser
Verhalten in grundlegender Art und Weise. Nun könnte man meinen, dass solche
Muster angeboren sind und wir uns ihnen deshalb nicht entziehen können. Nur
weil diese Muster uns mächtig erscheinen und bei allen Bemühungen der
Genderstudien und emanzipatorischen Bemühungen unauflöslich erscheinen,
sollten wir – auch das lernt man im NLP – uns damit gründlicher befassen.
Erfreulicherweise helfen uns hierbei die Erkenntnisse der heutigen
Neurobiologie, die eindeutig festgestellt hat, dass noch weniger als bisher
angenommen wirkliche genetische Prägungen sind, sondern dass unsere
Hirnstrukturen und synaptischen Verknüpfungen, welche letztlich für unser
Verhalten, unsere Gefühle, unsere Wahrnehmung verantwortlich sind, Resultate
eines Lernprozesse sind, welche bereits intrauterinär, also bereits im
Mutterleib, begonnen hat. So wie ein Nachtigallen Männchen schon bevor das
Küken schlüpft lauthals seine spezifischen Lieder, seine Erkennungslieder
singt, um im wachsenden kleinen Gehirn des Vögelchens jene Muster, oder inneren
Bilder zu erzeugen, die für sein ÜBVERLEBEN IN DER Nachtigallengesellschaft
und in seiner spezifischen Familie wichtig sein, genauso werden wir schon im
embryonalen Stadium mit ersten Prägungen versorgt. (Natur Kosmos vom 22.4.2004:
wegen Umweltlärm singen sie lauter Werktags!) Wir wachsen mit
Realitätsvorstellungen, Werten, Glaubenssätzen und Rollenmuster auf, welche
Lernprozesse uns weder sichtbar noch spürbar sind. Es geht uns so, wie wenn man
einen Frosch kochen möchte. (Exkurs) So haben wir dann endlich die Überzeugung
wie die Welt wirklich sei und was die unveränderlichen Gesetze eine
geheimnisvollen Natur wären und wir uns am besten in unser Schicksal fügen und
vielleicht versuchen können allenfalls ein paar Auswüchse zu meistern.
Es ist nun ein zentraler Punkt des Kommunikationsmodells NLP, dass was wir
erlernt genauso gut auch entlernen können, dass wir jederzeit in der Lage sind
neues Verhalten, neue Muster, neue Rollenbilder zu erlernen und dass wir auch in
der Lage sind Mitmenschen dazu einzuladen zu begleiten.
(Entstehung NLP als Modell einiger herausragenden Persönlichkeiten, die als
Therapeuten neue Wege der Gesprächsführung gegangen sind, welche zu
erstaunlichen Erfolgen führten; so allen voran Virginia Satir, deren geistiges
Erbe heute von einem gewissen Hellinger mit seinen hierarchischen sogenannten
Familienaufstellungen missbraucht wir. Dann natürlich auch das Phänomen Milton
Erickson, welcher nicht nur die Idee, Methode und Wirkung von Hypnose neu
definiert und zugänglich gemacht hat, sondern systematisch die Wirkung von
Geschichten und Sprache auf innerpsychische Zustände und externer Wirkung
erprobt hat.
Insbesonders die Aufstellungen Virginia Satir zeigen, dass heterarchische
Abbildungen von Zuständen einen einfachren Lösungsweg eröffnen, als die Frage
nach angeblicher Ursachen und deren mutmasslicher Wirkungen. In der Folge hat
sich daraus zusammen mit NLP und der modernen Hypnosetherapie eine
Kürzest-Zeit-Therapie entwickelt, die mit durchschnittlich 4 bis 5 Sitzungen
auskommt.
NLP ist also ein umfassendes Modell alle die vorhergenannten Strukturen der
Kommunikation wahrzunehmen, zu verfolgen, zu nutzen und einem sinnvollen Ziel
zuzuführen.
NLP bewirkt eine umfassende Sprachsensibilisierung und hat massgeblich dazu
beigetragen, dass selbst Diskurse unter – entsprechend geschulten – Männer
sozusagen weiblicher geworden sind und die Frauen ihrerseits neue Wege haben
Männer aus dem Gefängnis ihres Dominanzgehabes zu befreien.
Mit dem sogenannten Metamodell haben wir eine Fragetechnik entwickelt, die
eigentlich das den Frauen zugeschrieben Kommunikationsverhalten nutzt um
Verluste der Transformation von der Tiefenstruktur zur Oberflächenstruktur
sichtbar zu machen und Ersetzungen zu ermöglichen. Diese Fragetechnik ist
bereits eine wichtige Hilfe, um zum Beispiel bei Mobbing deeskalierend zu wirken
und aus der belastenden Situation auszusteigen. Ich darf zu diesem Thema auf
meinen Vortrag, hier in diesem Gebäude am ……. Verweisen.
(Exkurs Transformationsgrammatik Chomsky et alt.)
Weitere Modelle innerhalb des NLP Modells sind die sogenannten Metaprogramme,
die es uns im alltäglichen Gespräch erlauben grundlegende Strategien unserer
Gesprächspartner zu erkennen und wertschätzend nutzend für das gemeinsame
Ziel zu nutzen.
(Beispiele..)
Weitere NLP-Anwendungen
(Mind Map abgeben)
Eine grundlegende Haltung von NLP’lern ist auch durch das sogenannte Miller’sche
Gesetz geformt:
Dies ermöglich uns die jeweiligen Funktionen einer Kommunikation zu
beobachten und zu hinterfragen und entbindet uns von psychologisierenden
Mutmassungen oder anderen eher Konflikt fördernde Techniken. Diese grundlegende
Sprachsensibilisierung ist wohl das grösste Verdienst der Gründerväter des
NLP.
Eine Weiterentwicklung des NLP entsteht zur Zeit aus dem Zusammenschluss von
Linguistik, Mathematik und Kybernetik und hat uns das Modell der
Polykontexturale Logik beschert, welches uns unter anderem ermöglich auch das
NLP selbst kritisch zu hinterfragen und auf sich selbst zu prüfen. Eine daraus
abgeleitete Technik, das sogenannte Diamant-Format macht nun genau das möglich,
was hierarchisches denken des ENTWEDER-ODER mit dem Gesetzt des tertium non
datur erfolgreich über Jahrhunderte ausgeschlossen hat: Der natürlich Zustand,
dass Widersprüchliches sehr wohl gleichzeitig wirken kann. Zum Beispiel erfahre
ich mich selbst als NLP-Trainer gleichzeitig als Lehrer und als Schüler; der
Leiter einer Psychiatrischen Klinik z.B. sollte Einhaltung gewisse notwendiger
Regeln gewährleisten und die Patienten gleichzeitig aus dem Zwang der
selbstauferlegten Regeln befreien; Während ich mich entschliesse etwas zu tune,
unterlasse ich gleichzeitig etwas anderes etc. etc.
Allein mit diesen beiden Modellen NLP und PKL haben wir verstockte Strukturen
z.B. in Betrieben, oder in Köpfen von Menschen auflösen können.
Weitere Mitte zu solchen Prozessen stellt uns die Kunst der Hypnose zur
Verfügung, wie sie auf entmystifizierte Art und Weise im Modell des NLP nutzbar
gemacht wurde. Auch dies ist nicht eine eigentliche Erfindung, aber eine genaue
Beobachtung; die grudnlegendeKunst, die wir im NLP erlkernen, ist Beobachten
statt vermnuten oder Interpretieren. Wenn wir die Sprachmuster erfolgreicher
Hypnosetherapeuten wie Milton Erickson untersuchen, stellen wir fest, dass seien
Art mit Sprache umzugehen sehr ähnlich einem Poeten und seiner Lyrik ist.
(Exkurs: Lyrik, Wortverknüpfungen)
Die Art und Weise des Satzbaus kommt uns auch als zwingendes Sprachmuster in
der Werbung entgegen. Was also geschieht, oder soll in beiden Fällen geschehen:
transderivationale Suche
Aktivierung des Kreativitätspotential (Exkurs Guttmann an der UNI in FL:
EEC-Messungen des Gehirns)
Um aus so schwierigen Situationen wie Double-Bind, zu deutsch Zwickmühlen,
herauszukommen, brauchen wir eine gute Portion Kreativität und Intuition: Diese
Kraft steht uns in trancartigen, also nach innen fokussireten Zuständen
besonders gut zur Verfügung.
Also haben wir im NLP, sozusagen den weiblichen Kommunikationsstil als
Lernformat umgesetzt, auf dass wir kreativ, oder besser noch ko-kreativ
gemeinsam auf Ziele zugehen können und uns freuen, dass auch solches
freundschaftlich wertschätzend ohne unnötigen Wettbewerbseifer und Konflikt
geschehen kann.
Man könnte also sagen das NLP ist nicht für Frauen, sondern kommt von den
Frauen.
NLP macht aus der Vatersprache eine Mutter-Vater-Sprache.
Und nun lassen Sie mich die angekündigte Frage wirklich stellen: