Kaderseminare®     

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Persönlichkeitsbildung und Selbstcoaching,

Oder die Kunst, sich von sich selbst ein Bild zu machen.

H.K.J. Fritsche in Wirtschaftregional

Das Wort Persönlichkeitsbildung mag den einen oder anderen verwirren, der sich fragt, wie er denn zu seiner Persönlichkeit gekommen, ja ob er denn überhaupt eine Persönlichkeit habe oder sei. Zur Beruhigung sei gesagt, dass auch hier die Bezeichnung eines wichtigen Selbstbestimmungsprozesses unscharf ist, getreu dem Mephistos Spruch: „ Denn eben wo Begriffe fehlen, da stellt ein Wort zur echten Zeit sich ein."

Die Idee, die hinter der Wortschöpfung steht ist relativ neu und die konsequente Folge der sicht weiter entwickelnden Aufklärung hin zu einem Bild der sich selbstbestimmenden Person, weg von der Idee des eher fatalistischen Geworfenseins, überantwortet sein an andere Mächte. Dieses Bild der Persönlichkeit ist, wie es das moderne systemische Kommunikationsmodell des NLP (Neurolinguistisches Programmieren) bezeichnet, eine Entnominalisierung des mystischen Begriffes der Person, wodurch ein neues dynamisches Verständnis des Ichs, der eigenen Person ermöglicht wird. Die Person wird zur Persönlichkeit, die sich selbst bestimmend ändert, verändert, entwickelt. Die Methoden der Persönlichkeitsbildung machen solche Vorgänge operabel, d.h. sie erschliessen sie dem bewussten Zugang des Einzelnen, auf dass dieser für sich selbst in seine Entwicklung zumindest mitbestimmend eingreifen kann.

Emotionale Intelligenz (EQ) und Soziale Kompetenz

Auf dem Hintergrund dieses Bildes ist es nicht weiter verwunderlich, dass die meisten Massnahmen der Persönlichkeitsbildung letztlich Modelle für eine geglückte Kommunikation sind. Aber auch eine weitere Idee steckt hinter dem Bemühen, um eine sinnvolle, zieldienliche Kommunikation: Dass sich das Selbst, das Ich nur erfahren kann im Du, also im Dialog, im kommunikativen Feedback. Die modernen Kommunikationsmethoden zielen daher darauf ab, ein harmonisches Fliessen zwischen Personen zu ermöglichen, Stress und Aggressionen abzubauen und dienen der Idee eines gemeinsam zu erreichenden Zieles innerhalb eines bestimmten und bestimmenden Gesellschaftsentwurfes. Diese Fähigkeit, sich anderen wertschätzend zu vermitteln und Entwürfe anderer nicht als Widerstand zum eigenen zu verstehen wird als Emotionale Intelligenz (EQ), oder Soziale Kompetenz bezeichnet.

Erfolgreiche Firmen haben verstanden, dass die fachliche Ausbildung wenig hilft, wenn deren Träger nicht in der Lage sind, ihre Vorstellungen und Fähigkeiten wertschätzend und zieldienlich zu kommunizieren. Auch die Schulen haben mit dem System des LQS (Lohnwirksames Qualifikations-System) erkannt, dass Lehren und Lernen keine Einbahnstrassen sind, sondern genauso, wie eine andere Führungsaufgaben, nur in einem gegenseitigen Dialog zielführend wirken.

Coaching ist Selbstcoaching der emotionalen Kompetenz

Es ist nicht weiter erstaunlich, das die auf Kaderselektion spezialisierte Firma HRC Human Resources und Consulting AG in Vaduz systemisches Coaching in Ihr Konzept aufgenommen hat und sich zu dessen Durchführung entsprechender Experten versichert hat. Das systemische Coaching ist eine junge Disziplin, entstanden aus der Philosophie der Strukturalisten und der Dekonstruktion von Derrida und andere einerseits und der Linguistik und Psychologie von Milton Erickson, DeShazer - und in Europa besonders Gunther Schmidt - andererseits. Im Gegensatz zu den althergebrachten wenig hilfreichen Konzepten wohlfeiler Ratschläge, Typologien und anderer wenig dynamischen Modellen fördert systemisches Coaching die Autonomie des Begleiteten. Die Einsicht, dass jeder Mensch einzigartig und eine einmalige Persönlichkeit besitzt verbietet geradezu Besserwisserturm und fordert grundsätzliche Wertschätzung. Der systemische Coach hat auch verstanden, dass sein Klient stets der Experte ist und er durch Sichtbarmachen der systemischen Verstrickungen ihn wieder in seinen natürlichen Zustand des optimalen Handels versetzen kann. Diese Betrachtensweise untersucht eher Strukturen und Funktionen der Problemschilderungen, denn Problemgeschichten. Durch mehrfache Reflektionsebenen und Unterschiedsbildungen werden die am Problem Beteiligten in die Lage versetzt, die verdeckten Lösungen zu erkennen und durch neue Benennungen und Zuweisungen die Verstrickungen und Einschränkungen aufzulösen. Die dafür erforderlichen Hypothesenbildungen tragen stets der Komplexität der Sachlage Rechnung im Wissen darum, dass wenn Komplexität modellhaft reduziert wird, mögliche Lösungen dadurch eher zu Scheinlösungen werden, und dass gemäss Ashby’s Law Komplexität nur durch Komplexität gemanaged werden kann. Diese Reflektionsprozesse sind es, die emotionale und soziale Kompetenzen formen und erweitern und uns in die Lage versetzen, in jedwelcher Situation angemessene und zielführende Handlungsweisen zu entwickeln..

Kybernetik und Management

Dieses Modell erfordert allerdings einen Paradigmenwechsel auch im Verständnis von Managementsystemen und erfordert von einem Coach ebensolche Flexibilität und Varietät. Solches Kybernetisches Management hebt sich von den funktionalen und linearen Betrachtungen der Betriebswirtschaftslehre ab. Es geht davon aus, dass die Ergebnisse des Handelns von der Struktur, den Regeln und den Interaktionsmustern der Teilnehmer abhängen. Entscheidend für die Anwendung des kybernetischen Management ist, dass es eine methodische Grundlage für das Handeln liefert. Denn es geht heute nicht mehr um scheinbare Komplexitätsreduktion, sondern um das Verständnis komplexer Zusammenhänge, vor allem im Kommunikationsverhalten. Das Lösen von Problemen erfordert, dass das lenkende System mindestens dieselbe Varietät besitzt wie das zu lenkende System. Dies bedeute eine Abkehr von vereinfachenden Rezepturen und verlangt Denkstrukturen die ihrerseits in paradoxalen und permanent selbstbezüglichen Räumen die zeitgleich vorhandenen Widersprüchlichkeit zu etwas Neuem auflösen können. Dieses Denken des "Sowohl-als-auch", aus der Polykontexturalen Logik entwickelt, ist ein Bruch mit dem alten binären Gesetz des Entweder-Oder und seines „tertium non datur". Bei ökologischen und sozialen Systemen führt eine Spezialisierung der Teile zu abnehmender Vielfalt, deshalb sind nicht nur einige BWL-Fakultäten, sondern insbesondere traditionell ausgebildete Consultants und Coaches weniger in der Lage Management-Fähigkeiten zu bilden. Es sind die linguistischen Modelle aus dem NLP (Neurolinguistischen Programmierens), der Polykontexturalen Logik, gebildet aus der sogenannten Second Ordre Cybernetik, (der Kybernetik der Kybernetik) und aus den paradoxen Interventionen, wie sie in Italien vor allem von M. Selvini Palazzoli entwickelt wurden, die den Management-Ansprüchen in unseren multikulturellen und beweglichen Märkten genügen können.

Die HRC hat sich rechtzeitig die hierfür geeigneten Instrumente und Experten gesichert, um den Führungskräften der Region einen markanten Vorsprung in Wissen und Soft-Skills zu ermöglichen. Gerne gibt HRC zu diesem komplexen Thema weitere Auskünfte: Ihre Anfragen und Meinungen richten Sie bitte an: fritsche@hrc.li